jhoffmann

Nass-kalte Dezembertage mit frühwinterlichen Überraschungen
Der Nikolaus beschert vielleicht ein paar Flocken

04.12.2020: Pünktlich zum Start in den Dezember hat uns der Winter mit dem ersten Schnee der Saison seine Vorboten geschickt.
Nachdem wir am Sonntagmorgen mit mäßigem Frost von minus 6 Grad die tiefste Temperatur seit Januar 2019 erlebt hatten, nutzte Tief UDINE die Lücke in der Hochdruckbrücke und sorgte mit Schneefällen in der Nacht zum Montag für eine 2 Zentimeter hohe Schneedecke. Tagsüber schmolz der kurze Winter-Spuk aber schnell wieder weg.
Die Großwetterlage jetzt im Dezember zeigt sich ganz anders als in den Jahren zuvor, denn von einer milden Westwetterlage ist nichts zu sehen. Vielmehr liegt das Temperaturniveau im normalen Bereich, was im Vergleich zu den Dezembermonaten der letzten 9 Jahre schon etwas Besonderes ist.
Am Wochenende bestimmt Tief WENKE bei den Britischen Inseln mit einem umfangreichen Höhentrog, der mit seinem Zentrum von Westeuropa nach Frankreich wandert, unser Wetter.
Durch den Richtung Mittelmeer gerichteten Kaltluftvorstoß bildet sich dort ein kräftiges Tief, das mit sehr feuchter Luft gegen die Südalpen prallt und dort massive Schneefälle auslösen wird – stellenweise sind in manchen Regionen der Alpen sogar mehr als zwei Meter Neuschnee vorhergesagt!
Wir liegen dabei im Grenzbereich zwischen nass-kalter Luft im Westen und milder Luft, die von Süden über die Alpen vor allem in die Osthälfte Deutschlands strömt.
Auch in der nächsten Woche hält diese trübe, wolkenreiche Trog-Wetterlage mit nass-kalter Witterung bei leichten Plusgraden weiterhin an.
Entscheidend für die weitere Entwicklung wird sein, wie sich das kräftige Kontinentalhoch über Russland zur atlantischen Frontalzone verhalten wird. In der zweiten Dekade soll sich über dem Mittelmeerraum ein Tiefdruckzentrum etablieren, das zusammen mit einem Hoch über Nordeuropa eine östliche Strömung initialisieren kann, was die Weichen für den Winter frühzeitig stellen könnte.
Heute ist es dicht bewölkt und es fällt noch etwas Regen oder Nieselregen, der im Tagesverlauf nachlässt. Bei Höchstwerten bis 6 Grad lebt der Wind aus südlichen Richtungen böig auf.
Der Samstag zeigt sich hochnebelartig-bedeckt und trocken bei Temperaturen um 5 Grad.
Am zweiten Adventssonntag ist es zunächst wolkig bis stark bewölkt und trocken, ehe im Tagesverlauf ein Niederschlagsgebiet über die Alpen nach Norden schwappt und bei sinkenden Temperaturen auf 3 bis 1 Grad bis zum Abend auch das Saarland mit einer Mischung aus Regen, Schneeregen oder Schnee erreichen soll.
Der Wochenbeginn bringt noch etwas Schnee oder Schneeregen und es ist nass-kalt bei 0 bis 3 Grad. Insgesamt verläuft die weitere Woche bedeckt und neblig-trüb und zunächst trocken bei Höchstwerten um 3 Grad, bevor gegen Ende der Woche neue Niederschläge aufkommen, die teils als Regen, teils als Schnee fallen.
Aufgrund des markanten Kaltlufteinbruchs in der letzten November-Dekade wurde der enorme Wärmeüberschuss aus den Vorwochen doch noch etwas abgebaut, so dass der Monat bei einem Mittelwert von 6,5 Grad nur noch um 2,2 Grad zu mild ausgefallen ist, nachdem er zuvor noch auf Rekordkurs gewesen war.
Überwiegender Hochdruckeinfluss sorgte für trockene Witterung, wodurch der November bei einer Niederschlagssumme von 27,9 mm nur 31 Prozent des üblichen Soll erreicht hat.
Nach dem extrem trüben Oktober wurden wir mit einem sehr seltenen goldenen November entschädigt, denn die Sonne schien 113 Stunden und erreichte einen Überschuss von 117 Prozent – es war damit der zweitsonnigste November der Messreihe hinter dem Rekord von 1989.
Auch im offiziellen Flächenmittel des Saarlandes war der November laut Deutschem Wetterdienst außer 1989 noch nie so sonnig seit Beginn der Sonnenscheinmessungen vor fast 70 Jahren.