Ein September wie im Hochsommer schreibt Wettergeschichte

Der September 2016 war außergewöhnlich heiß, sonnig und trocken. Zahlreiche Monatsrekorde an Eiweiler Wetterstation.

Der Hochsommer ging im September in die Verlängerung. Eine außergewöhnliche, lang anhaltende Schönwetter- und Hitzeperiode sorgte dafür, dass der September 2016 zusammen mit seinen Vorgängern aus den Jahren 1947, 1999 und 2006 zu den vier wärmsten Septembermonaten in Deutschland zählt seit es regelmäßige Wetteraufzeichnungen gibt.

Mit einem Monatsmittelwert von 17,2°C wurde der bisherige Rekord der Eiweiler Messreihe aus 2006 lediglich um ein Zehntel Grad unterboten, was allerdings nur an den etwas niedrigeren Tiefstwerten gelegen hat (das morgendliche Minima-Mittel betrug 12,7°C, 2006 hingegen 13,7°C). Denn die Mittelwerte der Höchstwerte erreichten diesmal mit 23,7°C einen neuen Monats-Rekord, ebenso die abendlichen Minima-Mittel mit 15,9°C. Insgesamt traten bei 9 verschiedenen Parametern neue Rekorde für den September auf. So herrschte quasi als Kehrseite der Hitzewelle eine ausgeprägte Trockenheit, die schon den dritten Monat in Folge anhielt. Bei einer Regensumme von 18,7 Liter auf den Quadratmeter – das entspricht nur einem Viertel des Solls – erlebten wir den trockensten September der Messreihe.

Mit einer Spitzentemperatur von 32°C wurde am 13.09.16 die höchste Temperatur für den September meiner Messreihe registriert. Am gleichen Tag erreichte die Abendtemperatur mit 23,6°C ebenfalls einen neuen Rekord. 14 Sommertage (ab 25 Grad) bedeuten genau wie die 3 heißen Tagen (ab 30 Grad) einen September-Rekord der Messreihe.

Gewitter traten keine auf, was es im September innerhalb meiner Messreihe auch in den Jahren 1994, 1996, 1998, 1999 und 2008 gegeben hat. Die Sonne machte mit 217 Stunden gut ein Drittel Überstunden und entschädigte uns somit für das trübe Frühjahr und den Frühsommer.

In der ersten Monatshälfte herrschte eine stabile Hochdrucklage durch die Hochdruckgebiete IAN, JOHANNES, KARL und LUKAS, die für eine extreme Hitzewelle wie im Hochsommer verantwortlich waren. Dabei kletterten an drei Tagen in Folge vom 12. bis 14. September die Temperaturen mühelos über die 30 Gradmarke. So war es nicht verwunderlich, dass die erste Septemberhälfte mehr als fünf Grad zu warm ausfiel. Die Kaltfront von Tief STEPHANIE über der Biskaya beendete am 15. September die lange Nachspielzeit des Hochsommers mit einem Temperatursturz auf 20°C; allerdings fielen nur wenige Tropfen Regen. Nach kurzer Abkühlung mit einem wechselhaften Intermezzo durch Tief THERESIA, das Schauer gebracht hatte, hielt schließlich in der letzten Dekade der Altweibersommer dank der Hochs MATTHIAS, NIKOLAUS und OTTO Einzug in Eiweiler. Erneut verwöhnte uns viel Sonnenschein bei nun wesentlich angenehmeren Temperaturen, die am 25. September sogar nochmals 26,2°C erreicht hatten.

Die Auswirkungen der extremen Trockenheit waren in der Natur deutlich sichtbar. Schon vor der herbstlichen Blattfärbung ließen viele Bäume und Sträucher bereits ab Ende August ihre Blätter hängen und warfen sie als Schutzreaktion aufgrund akuten Wassermangels vorzeitig ab.

Vom Herbst war in diesem heißen September absolut nichts zu spüren, den man aufgrund der außergewöhnlichen Witterung zu Recht als einen Jahrhundert-September bezeichnen kann.

Eiweiler, den 14.10.2016
Jörg Hoffmann
Private Wetterstation Eiweiler