Spitz- und Rufnamen

Josef Dörr erzählte, wie seine Familie zu dem Namen „Heschde" kam.

Einer seiner Vorfahren erbaute 1862 in der Großwaldstraße sein Haus. Es war damals das höchstgelegene Haus in Eiweiler und stand auf dem „Heschebersch". Die Mundart machte aus „Höchst" die Bezeichnung „Heschd". So wurden die Bewohner als Heschde Marie, Heschde Johann, Heschde Bäbb und Heschde Nickel bezeichnet. Alle gehörten zur Familie Dörr.

Der Erzähler Josef Dörr ist der Heschde Sepp. Das Haus auf dem „Heschdeberg" steht heute nicht mehr, doch die Famlientradition behielt den Rufnamen bei, der noch heute im Ort bekannt ist. Das alte Haus bestand aus Wohnung, Stall und Scheune. Der Erbauer gehörte zu den Bergmannsbauern, die im Hauptberuf als Bergmann und zur Lebensversorgung noch als Nebentätigkeit in der Landwirtschaft arbeiteten. So wurde das karge Einkommen ein wenig aufgebessert. Die Nahrungsmittelversorgung wurde aufgebessert. Alle sechs Monate wurde ein Schwein geschlachtet. 1918 kauften die Heschde eine Dreschmaschine mit Reinigung, 1927 eine Mähmaschine. Heschde Johann, der Vater von Josef Dörr, errichtete unterhalb des alten Hauses ein neues Familienhaus. 1929 - im Jahr seiner Entlassung aus dem Grubenbetrieb - vergrößerte er den landwirtschaftlichen Betrieb.


Die Reisbacher Straße hieß im Volksmund „Mucke-Ecke". Peter Altmeier, im Volksmund Mucke Pitt genannt, erbaute sich in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts in der Reisbacher Straße ein eigenes Haus. Bis dahin wohnte er in einem älteren Haus in der Waldstraße. Von seinen Söhnen erbauten sich Johann und Peter ebenfalls eigene Anwesen, nur Nickel blieb im Elternhaus. Die Häuser bekamen den Namen „Mucke", der sich in der Ortstradition erhalten hat. Die Reisbacher Straße wurde auch.Bartgasse genannt, weil alle Hausbesitzer in dieser Straße einen Vollbart trugen. Persönliche Kennzeichen wurden zum volkstümlichen Namen einer Straße. Der vordere Teil der Reisbacher Straße hieß auch „Lehmkaul", weil dort in früheren Zeiten eine Lehmgrube stand. Die Bauern benutzten den Lehm zur Ausbesserung ihrer häuslichen Backöfen und zum Bau und zur Verbesserung der Häuser und Scheunen. Baptist Ziegler, der 1952 82 Jahre alt war und auf dessen Grundstück die Lehmgrube war, wurde von seiner älteren Verwandtschaft aus diesem Grund auch „Lehmkaulonkel" genannt.


Von der Waldstraße zum Wengenwald führte die „Engelsheck", die heutige Waldstraße. Dort soll eine Familie mit Namen Engel gewohnt haben. An einer Kurve, wo das Anwesen Schon stand, war eine große Hecke, was mit zur traditionellen Namensgebung führte.


Auf dem „Peterberg" wohnte früher Georg Schmidt. Nach der Überlieferung hieß sein Vater Peter mit Vornamen. Dieses Haus gehörte dem Johann Mees. Das Haus wurde im Volksmund „Peterich" genannt. Von dem einen Namen bekam allmählich die ganze Siedlung, die sich auf einer Anhöhe ausbreitet, den Namen „Peterberg".