Sturmtiefs über dem Atlantik bleiben aktiv
Der Winter ist auch im Februar chancenlos

14.02.2020: Der Atlantik kommt nicht zur Ruhe – nach dem Sturm ist vor dem Sturm, oder besser gesagt, auf Orkantief SABINE folgt jetzt Sturmtief VICTORIA. Durch den nicht enden wollenden Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada läuft der Tiefdruckmotor auf dem Atlantik auf Hochtouren und lässt weitere Tiefs entstehen, die sich auf ihrem Weg über den Nordatlantik Richtung Europa aufgrund großer Temperaturunterschiede zu Sturm- und Orkantiefs vertiefen. Dabei verläuft der derzeit stark ausgeprägte Jetstream, also das Starkwindband in großer Höhe, das quasi als Rennbahn für die Tiefdruckgebiete fungiert, genau über Mitteleuropa hinweg, was damit auch die heftigen Turbulenzen beim Wetter auslöst. Die ausgeprägte Tiefdruckdominanz über dem Atlantik sorgt für ein Auf und Ab bei den Temperaturen, je nachdem wir auf der Vorder- oder Rückseite der Tiefs geraten, so dass der Februar damit vorerst unbeständig, windig und nass bleiben wird.
Orkantief SABINE brachte in der Nacht zum Montag auch dem Saarland orkanartige Böen bis 115 km/h, örtlich, wie in Dillingen und Merzig, wurden an den dortigen Wetterstationen der Meteogroup sogar Orkanböen über 120 km/h gemessen.
Die kurze Wetterberuhigung währt nicht lange, denn bei Island formiert sich jetzt Orkantief VICTORIA, das am Wochenende ein Schwall subtropischer Luftmassen zu uns lenkt, so dass es vor allem am Sonntag ungewöhnlich mild wird, ehe mit Passage der Kaltfront am Montag wieder kühlere Luft einströmt. Die erste Wochenhälfte verläuft somit nass-kalt, danach setzt sich hoher Luftdruck durch, der Wetterbesserung bringen soll.
Währenddessen läuft dem Winter nun die Zeit allmählich weg, und wie es aussieht, bleibt er auch im Februar wie schon seit Dezember absolut chancenlos.
Heute haben wir es noch mit den Resten des gestrigen Tiefs TOMRIS zu tun, das ostwärts abzieht. Bei starker Bewölkung ziehen letzte Schauer durch und ab dem Nachmittag zeigen sich Auflockerungen. Mit Temperaturen um 8 Grad wird es schon wieder etwas milder als zuletzt.
Aus Westen verlagert sich morgen Zwischenhoch GÜNTER nach Deutschland und wandert weiter über die Alpen nach Südosteuropa. Im Zusammenspiel mit dem sich südlich von Island verstärkenden Orkantief VICTORIA kommt eine kräftige Südwestströmung in Gang. So wird es am Samstag zunehmend freundlicher, es ist teils wolkig, teils heiter und trocken bei Höchstwerten von 11 bis 13 Grad, wobei der Süd- bis Südwestwind böig auffrischt.
Eine markante Luftmassengrenze legt sich am Sonntag über Deutschland, denn während die Ausläufer des Sturmtiefs aus Nordwesten langsam übergreifen, strömt in die Südhälfte vorfrühlingshafte Luft ein. Zunächst ist es am Sonntag noch teils aufgeheitert, im Tagesverlauf werden die Wolken aber dichter und bis zum Abend setzt Regen ein. Mit Temperaturen zwischen 13 und 15 Grad wird es extrem mild für einen Wintermonat. Dabei weht ein frischer bis starker Südwestwind mit stürmischen Böen.
In der Nacht zum Montag zieht die Kaltfront des Orkantiefs mit Sturmböen auch über das Saarland und es fällt kräftiger Regen. Am Montag strömt auf der Rückseite des nach Norwegen gezogenen Tiefs erwärmte Polarluft ein und bei starker Bewölkung kommt es zu schauerartigen Regenfällen. Die Temperaturen gehen auf 8 bis 10 Grad zurück und es bleibt windig.
Am Dienstag und Mittwoch liegen wir im Einflussbereich des Höhentroges, der wechselhaftes Schauerwetter bringt. In der Nordwestströmung wird es nass-kalt bei Höchstwerten um 5 Grad.
Ab Donnerstag dehnt sich ein Keil des Azorenhochs zu uns aus und es kommt zu einer Wetterberuhigung. Die Temperaturen steigen bis Ende der Woche auf 7 bis 10 Grad an.
Übrigens ist es jetzt genau 30 Jahre her, das wir den Höhepunkt des historischen Sturmwinters 1989/90 erlebten: Im Februar 1990 fegten mit nie gekannter Wucht die so genannten Jahrhundert-Stürme DARIA, VIVIAN und WIEBKE über Mitteleuropa und hinterließen auch in den Wäldern des Saarlandes eine Schneise der Verwüstung. Auch die Großwetterlage in diesem Februar zeigt große Ähnlichkeiten mit der von 1990 – durch eine ungewöhnlich kräftige Westwindströmung war der Winter damals ebenso ein Totalausfall wie in diesem Jahr.