Geburtshilfe bei Schaf und Ziege -
Gnadenhof Eiweiler informierte sich

„Geburtshilfe bei Schaf und Ziege“ lautete das Thema eines Vortrages, zu welchem die Tierarztpraxis Peter Wagner in Oberthal am 03.03.2020 nach Steinberg-Deckenhardt eingeladen hatte. Zahlreiche Interessierte kamen der Einladung nach.

Als Referent konnte Dr. Henrik WAGNER, Leiter der Tierärztlichen Ambulanz an der Klinik für Geburtshilfe, Gynäkologie und Andrologie der Groß- und Kleintiere mit Tierärztlicher Ambulanz am Klinikum Veterinärmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen gewonnen werden.
Der aus dem Saarland stammende Tierarzt und Dipl.-Ing. agr. ist ein anerkannter Fachmann auf diesem Gebiet; privat hält und züchtet er seit 25 Jahren Schafe.
Die Haltung von Schafen und Ziegen ist umfangreich und vielschichtig, auch bei der Nachzucht gibt es vieles zu beachten.
Zu Beginn seines Vortrages wies Dr. Wagner auf die relativ große Sterblichkeitsrate von ca. 10 % bei Lämmern hin, wodurch der fachgerechten Geburtshilfe eine große Bedeutung zukommt.
Behandelt wurden u.a. die Themen Physiologie von Trächtigkeit und Geburt, Trächtigkeitserkrankungen, Geburtsstörungen und Geburtshilfe sowie Lämmer - Erkrankungen.
Dr. Wagner gab Tipps zur Berichtigung von fehlerhaften Lagen oder bei Mehrlingsgeburten.
Sehr anschaulich ging er auch auf die einzelnen Geburtsstadien und die Untersuchung des gebärenden Muttertieres ein.
Dabei ist oberster Grundsatz: Sauber arbeiten, um das Tier vor Infektionen zu schützen!
Von sehr großer Bedeutung ist, dass das Lamm innerhalb weniger Stunden nach der Geburt Kolostrum, also die Biestmilch aufnehmen kann.
Zum einen enthält sie jede Menge Fett und damit Energie, die dem Lamm ermöglicht, in seiner neuen Umgebung zu überleben.
Zum anderen enthält Biestmilch Antikörper, die das Lamm solange schützen, bis es selbst genügend Antikörper produzieren kann.
Auch nach dem Vortrag gab es noch Gelegenheit sich zu informieren und untereinander auszutauschen.
Beim Gnadenhof Eiweiler gibt es keine Zucht, sondern es werden dann Lämmer geboren, wenn Tiere aufgenommen wurden, welche tragend sind. In den zurückliegenden Jahren war dies vier mal der Fall. Daher ist es den Betreibern und ihren Helfer/innen wichtig, für solche Ereignisse, mit einem soliden Grundwissen ausgestattet und vorbereitet zu sein.
Dazu bot dieser Vortrag eine sehr gute Gelegenheit.